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25 Jahre in guter Gemeinschaft Von Christine Bilger
LEONBERG -"Praktischer kann man nicht wohnen'', lobt Peter Vogel sein
Zuhause, das "Leo 1''. Das klingt überzeugend aus seinem Munde, schließlich ist er ein Mann der ersten Stunde im Hochhaus in der neuen Stadtmitte: Seit 25 Jahren ragt das Leo 1 als Wahrzeichen aus dem Stadtzentrum auf.
Peter
Vogel und Horst Gburek, der Hausmeister, erinnern sich an das Jahr 1976, als sich die Anlage mit den 180 Wohnungen allmählich füllte. Der Hausmeister sei seinerzeit sogar des Abends von Wohnung zu Wohnung gegangen, habe Glühbirnen
eingesetzt, damit das Haus nicht so leer aussah. Diese Zeiten sind vorbei, in den 25 Jahren hat sich das Haus mit Leben gefüllt. Verschiedene Generationen und die unterschiedlichsten Nationalitäten leben hier zusammen unter einem
Dach.
"Wir sind eine gute Gemeinschaft'', bescheinigt der Vorsitzende des
Hausbeirates, Otto Baedeker, dem Leo 1. Er genießt das Leben im zehnten Stock. Mit einem Schmunzeln erzählt der 75-Jährige, dass er bei der Wohnungssuche vor rund 20 Jahren beim Anblick des Gebäudes zum Makler sagte: "Guter Mann, da
fahren wir bitte gleich weiter.'' Dennoch ließ er sich überzeugen, sich das Ganze doch von innen anzusehen, bevor er urteilte. Eine Liste mit den Vorteilen fertigte Otto Baedeker an, bevor er vom Einfamilienhaus in Hamburg ins
Vielfamilienhaus nach Leonberg zog. Als Pluspunkte listete er auf: "Der Park, die Stadthalle, das Einkaufen, der Wohnungsschnitt und der Blick aus dem Fenster.'' Vor allem im letzten Punkt pflichten ihm die anderen Bewohner
immer wieder bei. Die Aussicht, nicht der Anblick des Hauses, zog sie an.
"Kannst du dir
vorstellen, in so einem Kasten zu wohnen?'', fragte Karl Marquardt seine Ehefrau nahezu jedes Mal, wenn sein Blick von der Autobahn über Leonbergs neue Stadtmitte schweifte. Auch er musste das Haus erst von innen kennen lernen, bevor er es mit anderen Augen sah. Seit 1983, als seine Mutter hier einzog, kam er regelmäßig ins Leo 1.
"Es gibt so eine Mär, im
Hochhaus lebe man anonym. Das ist, salopp gesagt, Quatsch'', entkräftet Otto Baedeker ein lang gehegtes Vorurteil. Freundschaften entstehen über gemeinsame Interessen. Früher oder später finden Klavierspieler und Computerfreaks zusammen, auch wenn sie nicht auf dem gleichen Stock wohnen, wie beispielsweise Heinz Kreß und Peter Vogel. Von Wohnung zu Wohnung wird in ihrer Etage das neueste Computerwissen weitergegeben.
Peter Vogel hat das Hochhaus auch ins Internet gebracht. Die Reaktion der
Stadtverwaltung auf seine Anfrage, warum unter der Adresse "www.leonberg.de'' nichts über die neue Stadtmitte zu finden sei, verstimmte ihn. Erst wurde er vertröstet, dann sei der technische Aufwand zu groß gewesen. Vogel
fackelte nicht lange und strickte einfach eine eigene Internetseite. Unter "www.leonberg1.de'' ist das Leo 1 weltweit zu erreichen.
Ein runder Geburtstag wie das 25-jährige Bestehen muss gefeiert werden. Ein
Festausschuss kümmert sich
darum. Die Einladung, in zehn Sprachen verfasst, zeugt davon, in welchem Geist die Begegnung am 15. September im Hof vorm Leo 1 verlaufen soll: Die Kommunikation, das gegenseitige Kennenlernen steht im Vordergrund. Ein Programm gibt es nicht, und das ist Absicht, betont Karl Marquardt, der die Organisation des Festtages federführend in die Hand genommen hat. Schließlich würden im Haus immer noch Leute wohnen, die man nicht kennt, an diesem Tag besteht die Möglichkeit, dies zu ändern. Alle zu kennen, das geht nicht, schließlich leben gut 500 Menschen in den Häusern Neuköllner Straße 7, 9 und 11. Einer jedoch kennt zumindest jeden Winkel. Horst Gburek betont nicht ohne Stolz: "Ich kenne das Herz der Anlage.'' Schon während der Bauphase war er hier zugange. Und auch er ist in den fast 26 Jahren in seiner Dienstwohnung zum Leo-1-Fan geworden.
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